
GAILTALMUSEUM /Schloss Möderndorf bei Hermagor, Kärnten
Eröffnung: 21. Mai 2026, 18:00
Die Ingeborg-Bachmann-Kuppel in Möderndorf
Anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann ist ab 21. Mai 2026 die von Armin Guerino entworfene Ingeborg-Bachmann-Kuppel vor dem Gailtal-Museum im Schloss Möderndorf bei Hermagor zu Gast. Mit ihren 288 verspiegelten Buchdeckeln wird sie zum Sinnbild von Zeit, Literatur und Reflexion.
Als Siegerprojekt des ersten Calls der Kärntner Kulturstiftung (KKS) realisiert, versteht sich die begeh- und bespielbare Skulptur als Hommage an ihre Namensgeberin. Als künstlerische „Sonde“ spürt sie Strömungen der Gegenwart auf und fungiert als offener Begegnungsort für verschiedenartige Kunstformen. In ihrer Rolle als „Kulturbotschafterin“ tritt sie an ausgewählten Orten in Erscheinung und lädt zur aktiven Auseinandersetzung ein. Sie manifestiert sich hier als temporärer Erinnerungsort im öffentlichen Raum.
Die Kuppel umschreibt einen Raum des Nachdenkens und der Reflexion über die dem Menschen zugemessene Zeit. In ihren optischen Brechungen fragmentieren die Spiegel die umgebende Realität und verweisen auf das Unbekannte – sie eröffnen neue Perspektiven auf die Gegenwart.
Nach Stationen am Neuen Platz in Klagenfurt, am Karlsplatz in Wien sowie in der Ost-Arena der Europäischen Kulturhauptstadt GO! 2025 Nova Gorica/Gorizia ist Möderndorf nun der vierte Standort.
Eröffnung: SLOVALIA – Eine Verkuppelung
In der Ingeborg-Bachmann-Kuppel präsentieren Tamara Štajner und Anna Anderluh das Langgedicht Slovalia – Eine Verkuppelung. Die slowenische Autorin und Musikerin Tamara Štajner, Kelag-Preisträgerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2024, verfasste Slovalia im Auftrag des Carinthischen Sommers zur Eröffnung der Kuppel in Nova Gorica im Rahmen von GO! 2025. Ausgangspunkt ist ein autobiografischer Text Ingeborg Bachmanns zur mehrsprachigen Identität der Grenzstädte Gorizia/Nova Gorica, den Štajner in eine poetische Bewegung überführt. Slovalia mäandert zwischen Slowenisch, Friulanisch, Italienisch und Deutsch. Die Kärntner Komponistin und Künstlerin Anna Anderluh hat den Text für Stimme und Autoharp vertont.
Am 21. Mai 2026 bringen beide Künstlerinnen Slovalia – Eine Verkuppelung erstmals live im Gailtal zur Aufführung. So entsteht im Zusammenspiel von Installation, Sprache und Musik eine einmalige Aufführung, die den multilingualen Geist der Region feiert.
Tonspur in der Kuppel
Eine permanente Tonspur in slowenischer, italienischer, deutscher und englischer Sprache erweitert die begehbare Skulptur und stellt eine thematische Verbindung zum Ort her. Entsprechend dem Leitgedanken „BORDERLESS“ löst sie sprachliche und kulturelle Grenzen auf und lädt dazu ein, Vertrautes neu zu betrachten.
Basierend auf Textfragmenten von Ingeborg Bachmann entsteht ein vielschichtiger Text- und Klangraum, der das visuelle Erleben der Kuppel erweitert. Die Soundcollage bewegt sich zwischen Sprachen, Zeiten und Perspektiven: Sie spannt Bögen von der Natur der Region über Fragen an die Vergangenheit bis hin zu Visionen der Zukunft.
Im Zentrum steht eine Idee, die auch im Sinne Ingeborg Bachmanns gewesen wäre: die Vision eines grenzenlosen Europas, in dem Menschen in Frieden und Freiheit zusammenleben.
Credits
Ingeborg-Bachmann-Kuppel
Entwurf und Realisierung: Armin Guerino
Tonspur: Gerhard Fresacher
Auswahl der Texte und Übersetzungen: Anna Valentina Ennemoser
Texte: Ingeborg Bachmann (mit freundlicher Genehmigung der Familie Bachmann)
Zitat: Pier Paolo Pasolini, aus: Saluto e Augurio, alle Rechte vorbehalten
Schnitt und Bearbeitung: Martin Gasser
Aufführung 21. Mai 2026, 18:00
Slovalia – Eine Verkuppelung (D, It, Slo, Fur)
für Sprechstimme, Gesang und Autoharp
Ein Auftragswerk des Carinthischen Sommers mit Unterstützung der Kulturabteilung der Kärntner Landesregierung und der Kärntner Kulturstiftung
Tamara Štajner: Text, Lesung, Performance
Anna Anderluh: Komposition, Gesang, Autoharp
Gailtalmuseum, Möderndorf 1, 9620 Möderndorf

Fotomontage: Armin Guerino

Europäische Kulturhauptstadt Nova Gorica, Slowenien
GO! 2025 | BORDERLESS
10. April – 30. November 2025
ARENA, Kolodvorska pot, 5000 Nova Gorica, Slovenija

Karlsplatz, Wien
21. April – 18. Mai 2023

Neuer Platz, Klagenfurt
17. September – 13. Oktober 2021

Ingeborg-Bachmann-Kuppel
KKS – Kärntner Kulturstiftung
Die Ingeborg-Bachmann-Kuppel ist eine begeh- und bespielbare Skulptur, die sich als Hommage an ihre Namensgeberin in den öffentlichen Raum stellt. Sie soll als Sonde die Strömungen der Gegenwart detektieren und zum Reflexions- und Begegnungsort unterschiedlicher Kunstformen werden.
Als Objekt fragmentiert sie mit ihren Spiegeln die augenscheinliche Gegenwart – sie weist mit ihren optischen Umbrüchen auf das Neue, noch Unbekannte. Als magischer Reflektor lädt sie ein, die Wirklichkeit neu zu sehen und mit ihr zu interagieren. Die Kuppel wird von zwölf Säulen getragen, um die sich zwölf beidseitig verspiegelte Tore drehen. Die variablen Spiegeltore können den Raum umfangen oder öffnen. Verspiegelte Buchdeckel bekleiden die Kuppel in zwölf Segmenten, die für die zwölf Stunden des Tages und die zwölf Stunden der Nacht stehen – ein Verweis auf die gestundete Zeit.
Die Ingeborg-Bachmann-Kuppel soll an kulturell virulenten und gesellschaftlich relevanten Orten gegenwärtige Themen mit allen Formen der zeitgenössischen Kunst bearbeiten. Jedes Jahr „landet“ die Kuppel an einem anderen Standort – sie interagiert mit dem kulturellen Geschehen vor Ort und definiert einen neuen künstlerischen Standpunkt im Alpen-Adria-Raum und darüber hinaus. Schon die Positionierung soll im Zusammenspiel mit den ortsspezifischen Gegebenheiten ein Statement sein.
Ein Festival der Projekte wird im Sinne von Ingeborg Bachmann neue Ideen und innovative Formate in die öffentlichen Räume tragen – vielsprachig, divers und am Puls der Zeit.
Die Ingeborg-Bachmann-Kuppel verändert ihr Erscheinungsbild mit der Tages- und Jahreszeit – sie ist wetterfest, zerleg- und transportierbar.
Dimensionen, Materialien und Technik
288 Buchdecken-Spiegel am Dach
24 Portalspiegel
12 Tore, davon 9 beweglich
Gesamthöhe 6,0 m
Durchmesser 6,0 m
Edelstahlgesamtgewicht 2,5 t
Holzgesamtgewicht (Innenkern der Tore)
inkl. Boden ca. 1,4 t
english translation
The Ingeborg Bachmann Dome is a sculpture that can be walked on and played with, which places itself in public space as a homage to its namesake. As a probe, it is intended to detect the currents of the present and become a place of reflection and encounter for different art forms.
As an object, it fragments the apparent present with its mirrors – with its optical upheavals, it points to the new, the still unknown. As a magical reflector, it invites us to see reality anew and to interact with it. The dome is supported by twelve columns, around which twelve mirrored gates rotate on both sides. The variable mirrored gates can enclose or open the space. Mirrored book covers clad the dome in twelve segments, representing the twelve hours of the day and the twelve hours of the night – a reference to time deferred.
The Ingeborg Bachmann Dome is intended to address contemporary issues in culturally virulent and socially relevant locations using all forms of contemporary art. Every year the dome “lands” at a different location – it interacts with local cultural events and defines a new artistic standpoint in the Alps-Adriatic region and beyond. The very positioning is intended to be a statement in interaction with the site-specific circumstances.
In the spirit of Ingeborg Bachmann, a festival of projects will bring new ideas and innovative formats into the public spaces – multilingual, diverse and with its finger on the pulse of the times.
The Ingeborg Bachmann Dome changes its appearance with the time of day and season – it is weatherproof, dismountable and transportable. The stainless steel mirrors are robust and suitable for outdoor use.
Neuer Platz, Klagenfurt
17. September – 13. Oktober 2021
Karlsplatz, Wien
21. April bis 18. Mai 2023
Karlsplatz | Wien | 6. Mai 2023


























































